Nach einem energiegeladenen Endspurt über die letzten 100 Meter erreiche ich endlich das Ziel. Doch lass uns von Anfang an beginnen: Mein Abenteuer begann um 22 Uhr unter einem sternenklaren Himmel, der etwas zu kühl war, was jedoch ideal für meinen Lauf war. Obwohl ich beschlossen hatte, die ersten 10 Kilometer zu gehen, startete ich ganz am Ende des Feldes. Das stellte sich als herausfordernder heraus als gedacht, umgeben von einer enthusiastischen Menschenmenge, die mich vorantreäumt. Während viele Läufer sofort losstürmten, blieb ich meinem Plan treu und genoss die Atmosphäre beim schnellen Gehen.

Die erste Herausforderung

Bald stieß ich auf die erste Steigung, die sich als deutlich anspruchsvoller herausstellte als erwartet. Es war eine echte Steigerung und nicht nur eine kleine Überführung, wie ich zuerst dachte. Die Dorfgemeinschaften, die entlang der Strecke jubelten, waren eine echte Inspiration.

Unter dem Sternenhimmel

Als ich schließlich offenes Feld erreichte, war der Mond nirgendwo zu sehen, und alles, was ich sah, waren Sterne und eine endlose Reihe kleiner weißer Lichter hinter mir. Ich wurde regelmäßig von schnelleren Läufern überholt, was mich dankbar machte, dass ich mich für die volle Distanz entschieden hatte. Ich konnte die Schönheit der Nacht genießen, obwohl mir bald klar wurde, dass meine Trainingsläufe sich flüssiger anfühlten als dieser.

Der Halbmarathon in Aarberg

In Aarberg, um etwa 00:15 Uhr, war die Stimmung immer noch lebendig, auch wenn es spät war. Hier endete der Halbmarathon, und die Läufer wurden gebührend empfangen. Ich erhielt auch meinen Teil Applaus, obwohl ich noch über 80 km vor mir hatte.

Begegnungen in Lyss

In Lyss traf ich auf die Überbleibsel einer Party. Die hartnäckigsten Feiernden waren noch wach, während andere sich bereits ins Bett zurückgezogen hatten. Hier traf ich meinen Velocoach, und es war ein erhebendes Gefühl, ein bekanntes Gesicht zu sehen.

Verpflegung unterwegs

Die Verpflegungspunkte boten ein reichhaltiges Angebot: Getränke, Brot, Bananen, Power-Riegel, Orangen – alles, was das Herz eines Ausdauersportlers begehrt. Ich beschränkte mich meist auf Bananen und Powerdrinks, obwohl der heiße Bouillon ein unerwarteter Höhepunkt war.

Sonnenaufgang und neue Hoffnung

Nachdem wir die Marathonläufer hinter uns gelassen hatten, sah ich am Horizont die ersten Anzeichen des Morgengrauens. Dieser Moment brachte neue Hoffnung. Jede kleine Steigung nutzte ich, um etwas zu gehen, manchmal sogar nur eingebildet. Aber die Anstrengung begann, an meinen Kräften zu zehren.

Mentaler und emotionaler Kampf

Der Weg nach Kirchberg war ein wichtiger Meilenstein. Der Pfad war eng und steinig, und ich war froh, dass ich ihn nicht im Dunkeln durchqueren musste. Musik half mir, mein Tempo zu steigern, doch ich musste bald zu meinem “Jogging-Geh-Stil” zurückkehren.

Familienunterstützung

Bei Kilometer 70 wartete meine Familie auf mich. Ihre Anwesenheit war eine enorme Motivation, auch wenn es sich anfühlte, als ob dieser Kilometerpunkt niemals näherkommen würde.

Der lange, harte Weg zum Ziel

Die letzten 25 Kilometer waren eine echte Herausforderung. Jeder Kilometer schien länger zu werden, und die Stille trat an die Stelle der früheren Gespräche und Witze. Trotzdem schaffte ich es, mich durchzukämpfen.

Das ersehnte Ziel

Als ich endlich Biel erreichte, waren die letzten paar Steigungen wie Berge. Trotz der Erschöpfung gelang es mir, auf der Zielgeraden noch einmal zu joggen. Die Emotionen am Ziel waren überwältigend. Ich hatte es in 15:25 Stunden geschafft, die 100 Kilometer von Biel zu bewältigen. Ein riesiges Dankeschön an meinen Velocoach Flo, der mir die ganze Nacht zur Seite stand.

Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, wie anspruchsvoll und lohnend Trailrunning sein kann. Ich freue mich schon auf das nächste Mal, auch wenn ich noch nicht weiß, wann das sein wird.